Ortsumgehung Waake - der Plan
Die Ortsumgehung Waake soll auf einer Länge von 2,5 km zwischen den beiden Ortsteilen Waake und Bösinghausen liegen und in enger Kurvenführung dreispurig um den Ortsteil Waake herum führen. Im Bereich des Verbindungswegs zwischen Waake und Bösinghausen soll sie in einem 13 m tiefen Trog geführt werden, dessen max. Breite (auf dem derzeitigen Geländeniveau) rd. 70 m (!) betragen würde. Zwischen Waake und dem Södderich würde der weitere Verlauf dann auf einem hohen Wall erfolgen.
Die geplante Ortsumgehung wäre eine außerordentlich aufwändige Straßenbaukon-struktion: Insgesamt sollen 6 Brücken gebaut werden, zum einen für großflächig angelegte Aus- bzw. Abfahrten, zum anderen für die notwendige Über- und Unterquerung der Umgehung. Im nordöstlichen Bereich Waakes müssten an verschiedenen Stellen Sandsteinfelsen gesprengt werden. Insgesamt wäre die einmalige Landschaft zwischen Waake und Bösinghausen durch den Bau der OU Waake unwiderruflich zerstört.
Ortsumgehung Waake - der aktuelle Stand
- Die OU Waake ist im zurzeit gültigen Bundesverkehrswegeplan 2004-2014 lediglich als so genannter weiterer Bedarf vorgesehen. D.h. ihr verkehrlicher Nutzen wurde nicht so hoch eingeschätzt wie der jener Straßenbauplanungen, die im vordringlichen Bedarf sind. Eine Realisierung der OU Waake innerhalb des angegebenen Zeitraums war deshalb bisher unwahrscheinlich.
- Am 10.11.2008 wies das Oberverwaltungsgericht Lüneburg die Klagen zweier Verbände und einer Privatperson gegen den Bau der OU Waake ab.
- Am 4./5.12.2008 haben Bundestag und Bundesrat ein Konjunkturprogramm (Arbeitsplatzprogramm Bauen und Verkehr) verabschiedet. Teil dieses Programms ist der Ausbau von Bundesstraßen in den Jahren 2009/2010. Unerwartet werden auch für den Bau der OU Waake 12,1 Mio. € bereitgestellt.
- Da die OU Waake nicht in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans eingestuft wurde, käme sie für dieses Programm eigentlich gar nicht in Frage. Hier nun brüstet sich der Göttinger Bundestagsabgeordnete Thomas Oppermann damit, Verkehrs- minister Tiefensee "gebeten" zu haben, von Paragraph 6 des Fernstraßenausbaugesetzes Gebrauch zu machen. D.h. das Land Niedersachsen hat hinsichtlich der OU Waake beim Bund einen „unvorhersehbaren Verkehrsbedarf“ angemeldet.
Begründung: Eine wesentliche Veränderung der Verkehrsstruktur wird durch den Bau der A38 gesehen. Die Waaker Umgehung wird angeblich dringend als Umleitungsstrecke für Gefahrgut benötigt: Gefahrguttransporte, die nach der aktuellen EU-Tunnelschutzrichtlinie nicht den Heidkopftunnel der Autobahn 38 passieren dürfen, sollen zukünftig über die Dörfer zu uns nach Waake kommen, um über die B27 in Göttingen dann wieder auf die Autobahn zu gelangen.
Der Heidkopftunnel ist nun Deutschlands modernster und sicherster Tunnel (ADAC) und offenbar liegt auch seit Monaten ein Gutachten vor, das die Ertüchtigung des Heidkopftunnels für den Gefahrguttransport als unproblematisch ansieht. Offenbar wird dies vorerst jedoch unter Verschluss gehalten.
Darüber hinaus gibt es mit der U 58 (B80) eine gerade ausgebaute Umleitung (mehrere Ortsumgehungen!) für den Heidkopftunnel! Es besteht also überhaupt kein Handlungsbedarf, eine weitere Umleitung zu fordern.
Der angeführte Grund, die OU Waake als Gefahrgutumleitung für den über 30 km entfernten Heidkopftunnel der A 38 zu benötigen, erscheint uns hier vorgeschoben, um die Waaker Umgehung zeitnah außerhalb des Bundesverkehrwegeplans umsetzen zu können. Siehe dazu: Info-Blog Keine OU Waake _ Gefahrgut
Es ist nicht zu erwarten, dass die Umgehungsstraße für die Gemeinde Waake ein Gewinn wäre. Probleme würden nicht gelöst, sondern nur verlagert. Dies gilt insbesondere für die Lärm- und Immissionsbelastung für jetzt unbeeinflusste Bereiche von Waake. Bei einer überwiegenden Hauptwindrichtung von Westen würde insbesondere der gesamte Nordteil Waakes betroffen sein: Kindergarten, Schule und Sportstätten. Im Osten würde die Straße oberhalb des dort anstehenden Bergrückens geführt und würde zu einer deutlich höheren Lärmbelastung für den Bereich „Über den Höfen“ führen.
Es ist nicht einleuchtend, dass hier für 12,1 Mio. € ein sinnloses umweltzerstörendes Bauvorhaben verwirklicht werden soll, während an vielen anderen Stellen gesellschaftlich relevanter Bereiche gespart wird, d.h. z.B. im Bereich Bildung/Schule nach wie vor zu wenig investiert wird.
Pressespiegel, weitere Informationen im Info-Blog "Keine OU Waake"
Donnerstag, 26. Februar 2009
Abonnieren
Posts (Atom)